Bereits realisierte Ausstellungen

Thomas Kemper, Neue Arbeiten auf Papier

Thomas Kemper
Neue Arbeiten auf Papier
Vernissage So. 29. November, 14–17 Uhr
30.11.15–24.04.16

Weitere Informationen zu Thomas Kemper


Knut Wolfgang Maron
Neue Bilder über Landschaften
Vernissage Do. 27. August, 19 Uhr
28.08.–21.11.15


Handgedacht – Neue Zeichnungen
Andreas Steffens
Vernissage Fr. 5. Dezember, 19:30 Uhr
06.12.14–25.02.15

Präsenz und Entäußerung
Zu den Zeichnungen von Andreas Steffens

 

Die Blätter haben Substanz. Von Grund auf sind sie in ihrem Material sorgfältig gewählt mit einem Gespür für die Eigenschaft der Stoffe. Der solide Zeichenkarton in durchweg einheitlichem Maß schafft den Bildraum, auf dem sich meist die drei gleichen Protagonisten bewegen. Ein jeder von ihnen mit einem eigenen Charakter und alle drei zusammen in der Kräftekonstellation eines zeichnerischen Tanzes verbunden.
Da ist die energische Bleistiftlinie. In der weiten Leere umschreibt sie einen Binnenraum, in dem die beiden anderen Lineaturen agieren. Sie tut es meist in freiem Schwung, der Akzente der Grafitspur setzt und zwischendurch sich auflöst, abhebt, den Raum offenlässt. In diesem Kraftzentrum unternimmt der Pinselstrich seine Setzung. Er bildet die Erdung, obgleich auch er schwebt. Etwas Aquarellfarbe, Kaffee, Rotwein bilden seine Substanz. Er tut, was er tun kann, genauso, wie die Bleistiftstriche, die zusammen mit ihm auftreten. Sie ziehen ihre Spuren, geführt durch die zeichnende Hand. Er trocknet und entwickelt dabei feine Binnenstrukturen geronnener Partikel, und er fasert aus an den Rändern, Strukturen seiner Küstenlinie, die sich bisweilen ins umgebende Papier vortasten. Der Pinselstrich wird umspielt von der Schwester der schwingenden, den Raum verortenden Bleistiftlinie. Hier sind die Bewegungen des Stiftes zart, verspielt. (…).
Die Zeichnungen von Andreas Steffens bilden nichts ab. Sie sind konkrete Wirklichkeit, in der die Materialien sind, was sie sind und dies zur ästhetischen Wirkung bringen, ebenso wie die Bewegungen, die sie gezeichnet ausdrücken, nichts anderes sind als sie selbst. So wenig, wie sie anderes bezeichnen, sind sie subjektiver Ausdruck des Autors. Vom ersten Strich an ist er nicht mehr alleiniger Herr dessen, was nun geschieht. Was sich unter seinem Auge auf dem Blatt entwickelt, sagt von sich aus, was es will. Dem hat der Künstler, in einer gewissen Spannweite seiner Möglichkeiten, zu folgen, soll das Werk gelingen. Die Zeichnungen entstehen intuitiv. Wäre es nicht so, erreichten sie nicht ihre Lebendigkeit. In der Intuition des Künstlers verdichtet sich jedoch unausgesprochen aber offen sichtlich seine Kenntnis des Materials, seine Beherrschung der Technik, sein Gespür für die Form. Die Zeichnungen von Andreas Steffens sind so reine Präsenz dessen, was sich in ihnen abspielt und zugleich Entäußerung dessen, der sie gemacht hat. Im Machen gerät der Künstler außer sich und durchspielt dabei im Augenblick etwas Grundsätzliches, was der Betrachter nachschaffend erfahren kann. (…). Carl-Peter Buschkühle, Professor für Kunstpädagogik an der Universität Gießen

 

Weitere Informationen zu Andreas Steffens